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Das Heilige Mariae-Entschtafen-Hoelenkloster von Petschory

Das Heilige Maria-Entschlafen-Hohlenkloster von Petschory liegt im alten russischen Pskower Land, 340 km sudlich von St. Petersburg und 50 km westlich von Pskow nahe der Grenze zu Estland.

Als Grundungsdatum des Klosters gilt der 15./28. August 1473. An jenem Tage wurde die Maria-Entschlafen-Kirche geweiht, die der heilige lona (Schestnik), der Grunder des Klosters, in den Berg gegraben hatte. Die eigentliche Klostergrundung liegt jedoch viel weiter zuruck, als in die “von Gott erschaffenen” Hohlen die ersten Einsiedler einzogen, deren Namen nicht uberliefert sind. Namentlich bekannt ist nur der heilige Einsiedler Mark, dessen heilige Reliquien sich noch heute in den Hohlen befinden. Die Klosterchronik berichtet, die Allreine Jungfrau selbst habe diesen Ort im Tal des Flusses Kamenez ausgesucht, gesegnet, durch auserwahlte Menschen erhoht, und sie wache bis heute uber ihn. Seither sind uber 500 Jahre vergangen, in denen die Geschichte des Klosters gute, aber auch tragische Ereignisse erlebt hat. Niemals jedoch ist hier die heilige Ollampe erloschen, oder ist das Gebet der Monche an diesem wunderbaren Ort unterbrochen worden.

Seine Blutezeit erreichte das Kloster unter Abt Kornilij im XVI. Jahrhundert. In jenen Jahren wurden die Maria-Verkundigungs-Kirche, Kirche des hl. Nikolaus und der grosse steinerne Glockenturm erbaut, um das Kloster wurden Festungsmauern mit Wehrturmen errichtet, und die Zahl der Bruder stieg auf 200 an. Abt Kornilij schuf eine reiche Bibliothek, fuhrte das Schreiben einer Chronik ein und grundete eine Werkstatt der Ikonenmalerei. Das Kloster wurde zu einem grossen Missionszentrum und zu einem Bollwerk der Orthodoxie an der Westgrenze Russlands. Der Legende nach wurde Abt Kornilij, von Neidern verleumdet, von Zaren Iwan dem Schrechlichen zum Tode verurteilt und am 20. Februar 1570 enthauptet. Als Martyrer wurde er spater heiliggesprochen.

Ab 1581 musste sich das Kloster zahlreicher Angriffe seitens der “Lateiner” erwehren. Besonders schlimm war die Belagerung des Klosters im Herbst 1581 durch die Truppen des polnischen Konigs Stefan Bathory. In der Folgezeit erduldete das Kloster Dutzende von Angriffen durch Schweden, Polen, Ungarn, Litauer und Deutschen. Erst der Frieden von Nystaad 1721 bedeutete das Ende der Kriegshandlungen um das Kloster.

1920 kam Petschory nach dem Vetrag von Tartu (Dorpat) an Estland, und das Kloster befand sich nun ausserhalb von Russland. Wenn im Kloster auch weiterhin Gottesdienste stattfanden, so mussten die Monche doch nicht wenig unter Beschrankungen durch die Behorden leiden. 1940 wurden die einzigartige Bibliothek und das Klosterarchiv widerrechtlich beschlagnahmt und nach Tartu (Dorpat) gebracht. 1944 nahmen die abziehenden Deutschen die Schatze der klosterlichen Sakristei mit.

Die Wiedergeburt des Klosters begann bereits in den 50-er Jahren. Dabei hat sich der Klostervorsteher Archimandrit Alipij (Woronow, + 1975) besonders verdient gemacht. Alle Kirchengebaude wurden renoviert, und die Festungsmauern und Turme wurden in ihrem ursprunglichen Zustand wiederhergestellt.

In jenen Jahren florierte auch das geistliche Leben des Klosters. Unter dem Schutz der uber alles gesegneten Mutter Gottes lebten im Kloster so wunderbare fromme Askethen wie der Starez Simeon, die Monche Luka (Semskow), Boris (Monachow), Priestermonch Michail (Pitkewitsch) und andere. In ihrem Gebet und Pastoralleben spiegelten sich die besten Traditionen des orthodoxen Strebens nach geistiger Vollkommen heit und des Starzentums wieder. Heute werden diese Traditionen im Kloster von Archimandrit Abt Adrian (Kirssanow) fortgefuhrt.

Zur Zeit umfasst der Klosterkomplex zehn Kirchengebaude, in deren alteste, Maria-Entschlafen-Kirche sich die wichtigsten Heiligtumer des Klosters befinden: Die wundertatige Ikone der Entschlafung Mariens (1521) und die Reliquien des heiligen Martyrers Kornilij.

Im Kloster leben derzeit uber 90 Monche. Sie taglich den Morgen- und Abendgottesdienst, lesen standig aus dem Psalter, betreuen eine grosse Zahl von Glaubigen, arbeiten auf den klosterlichen Feldern und im Kuhstall.

Die Sakristei und die Bibliothek wurden dem Kloster zuruckgegeben. Uber die Ruckgabe des einzigartigen Klosterarchives wird verhandelt. Es wurde ein wunderbarer Kinderchor, ein Fursorgenhospital und eine Sonntagsschule gegrundet.

2013 feierte das Kloster sein 540-jahriges Bestehen und die gleichzeitige seelenrettende Arbeit im Schosse der Russischen Orthodoxen Kirche. Die Jahre vergehen, Regierungen und Reiche entstehen und gehen zugrunde, das Kloster aber bleibt wie immer eine bestandige Bastion der Orthodoxie in einer unruhigen Welt.